Matratzen Test 2012

Etwa sechs bis acht Stunden verbringt jeder Mensch pro Tag im Bett. Aus diesem Grund sollte eine gute, rückenschonende Matratze der Begleiter in der Nacht sein. Die Faktoren für eine gute Matratze sind vielfältig, und gerade da die Investition einige Jahre halten soll, ist eine ausführliche Beratung vor dem Matratzenkauf ratsam.

 

Größe

Die Matratzengröße hängt natürlich von der Größe des Bettes ab. Trotzdem gibt es hier eine große Auswahl. Für Single-Betten sind Größen wie 90×200 Zentimeter und 100×200 Zentimeter die Regel. Für Paarbetten gibt es die Größen 200×200 Zentimeter, 180×200 Zentimeter und 160×200 Zentimeter. Da der Platz auf Matratzen mit 160 Zentimetern Breite eher begrenzt ist, sind diese nur für sehr kleine Schlafzimmer empfehlenswert. Wer mehr Platz hat, sollte ein größeres Modell wählen. Sehr beliebt ist auch die Zwischengröße von 140×200 Zentimetern. Besonders junge Menschen wählen diese Größe gerne, da sie alleine sehr großen Komfort bietet und Übernachtungsbesuch auch genug Platz auf ihr findet. Früher waren 190 Zentimeter auch eine gebräuchliche Länge für Matratzen, die Nachfrage nach dieser Größe nimmt aber ab. Stattdessen gibt es immer mehr Menschen die Matratzen mit einer Überlänge benötigen. Es gibt Matratzen mit 210 und 220 Zentimetern Länge. Ob so ein Modell empfehlenswert ist, lässt sich leicht herausfinden: Für die optimale Matratzenlänge gilt als Faustformel, dass sie mindestens 20 Zentimeter länger als die Körpergröße sein sollte.

 

Härtegrad

Da nicht alle Menschen gleich schwer sind, werden Matratzen in verschiedenen Härtegraden angeboten. Sie sind allerdings nicht genormt, sodass es Unterschiede von Modell zu Modell und von Hersteller zu Hersteller geben kann. Als grobe Einteilung kann man aber sagen, dass Menschen mit einem Körpergewicht von bis zu 60 Kilogramm der Härtegrad 1 (weich) wählen sollten. Menschen mit einem Gewicht  zwischen 60 und 80 Kilogramm liegen am besten auf Matratzen mit dem Härtegrad 2 (mittel). Wer mehr Gewicht auf die Waage bringt, ist mit einer harten Matratze (Härtegrad 3) gut beraten. Neben dem Gewicht spielen aber auch Körperbau, Größe und Konstitution eine Rolle bei der Wahl des richtigen Härtegrads.

 

Dicke

Sehr dünne Matratzen sind nicht gesund, da Stauchungen auftreten können, weil der Körper die Matratze komplett durchdrückt. Eine grobe Empfehlung ist es deswegen, eine Matratze zu wählen, die mindestens 16 Zentimeter hoch ist.

 

 

Typen

 

Das optimale Material für die Matratze ist eine Frage der persönlichen Vorlieben, des Preises und natürlich der Schlafgewohnheiten.

 

Schaumstoffmatratzen

Lange galten Schaumstoffmatratzen als kurz haltbar und billig. Im Vergleich zu anderen Matratzenarten sind Schaumstoffmatratzen in der Tat günstig, das Argument mit der kurzen Haltbarkeit ist dank moderner Entwicklungen allerdings überholt. Durch die gute Anpassung an den menschlichen Körper und die hohe Punktelastizität sind Schaumstoffmatratzen nicht nur eine preiswerte sondern auch komfortable Wahl. Um eine gute Schaumstoffmatratze zu bekommen, sollte ein Blick auf die Stauchhärte und das Raumgewicht geworfen werden. Letzteres ist der Fachbegriff für das Gewicht  von einem Kubikmeter Rohmasse. Je größer das Raumgewicht ist, desto langlebiger ist die Matratze, aber desto teurer ist sie auch. Die Stauchhärte gibt an, wie weich die Matratze ist. Je niedriger der Wert ist, desto weicher ist sie. Gemessen wird der Druck, der aufgebracht werden muss, um die Matratze zu 40 Prozent einzudrücken. Durch die chemischen Prozesse bei der Herstellung riechen Schaumstoffmatratzen anfangs oft unangenehm. Dieser Geruch verschwindet oft erst nach einigen Wochen. Personen, die stark schwitzen, sollten einen anderen Matratzentyp wählen, da sie auf einer Schaumstoffmatratze noch stärker schwitzen würden. Mit nervigen Geräuschen ist bei Schaumstoffmatratzen nicht zu rechnen, ebenso wenig mit Milbenbefall. Das Federungsverhalten dieser Art ist gut und für den Transport kann die Matratze sogar gefaltet werden. Da Schaumstoff leicht entflammbar ist, lohnt es sich einen speziellen Überzug zu verwenden, der dies erschwert.

 

Federkernmatratzen

Besonders weit verbreitet sind auch Federkernmatratzen. In ihrer Mitte befindet sich ein Federkern, der abgepolstert wird. Einfache Modelle sind allerdings nicht besonders rückenschonend, weshalb verbesserte Varianten wie die Bondellfederkernmatratze entwickelt worden sind. Noch besser sind aber Taschenfederkernmatratzen. Jede Feder ist einzeln verpackt, was eine deutlich bessere Punktelastizität ermöglicht. Diese ist aber mit einem höheren Preis zu bezahlen. Allgemein sind Federkernmatratzen lange haltbar und halten ihre Form gut. Weiterhin bietet die Matratzenart ein sehr gutes Raumklima, da die Luft in den Zwischenräumen zwischen den Federn zirkulieren kann. Als Folge dessen ist auch Schimmel kein Problem. Nachteilig können die durch die Federn entstehenden Schwingungen sein, vor allem in Doppelbetten, wenn der Partner sich bewegt. Aus diesem Grund verwendet man in Doppelbetten oft zwei einzelne Federkernmatratzen.

 

Latexmatratze

Latexmatratzen werden aus einer Mischung aus synthetischem und Naturlatex hergestellt. Je höher der natürliche Anteil ist, desto besser ist die Matratze, vor allem weil sie länger ihre Form behält. Latextmatratzen haben eine gute Anpassungsfähigkeit an den Körper und eine ebenfalls gute Punktelastizität. Milben sind mit dieser hygienischen Matratzenart kein Problem genauso wenig wie störende nächtliche Geräusche. Um in den Genuss dieser Vorteile zu kommen, müssen allerdings einige Regeln beachtet werden. Um Schimmel vorzubeugen, muss die Matratze regelmäßig aufrecht gestellt werden, damit die Feuchtigkeit entweicht. In Räumen mit weniger als 10° C darf die Matratze nicht gelagert werden und durch zu viel direkte Lichteinstrahlung verliert die Matratze an Haltbarkeit.

 

Naturfasermatratze

Für Menschen mit einem grünen Gewissen ist die Naturfasermatratze interessant, da sie komplett aus natürlichen Materialien wie Naturlatex, Kokosfasern, Rosshaar, Stroh und Seegras hergestellt wird. Im Vergleich zu den anderen Matratzen bilden sich bei Naturfasermatratzen besonders häufig Kuhlen, Pilze oder die Matratze wird von Milben befallen. Dafür ist sie schadstofffrei und kann komplett in den biologischen Kreislauf zurückgeführt werden.

 

Testberichte und sonstige Informationen

Für Allergiker gibt es noch einiges mehr zu erfahren und auch die Information zur bevorzugten Schlafposition hilft bei der Matratzenauswahl weiter. Testberichte zu Matratzen sind zum Beispiel bei Stiftung Warentest zu finden. Auch Öko-Test veröffentlicht regelmäßig Tests zu diesem Thema. Ansonsten hilft eine Beratung in einem Matratzengeschäft. Dort kann man sich auch zum Test auf die in Frage kommenden Modelle legen. Das Gütesiegel „Blauer Engel“ zeichnet zusätzlich Matratzen aus, die gesundheitlich unbedenklich sind.